ZEITPUNKTE – MAGAZIN im rbb Kulturradio

7. Februar 2010 | Noch keine Kommentare »

ZEITPUNKTE – MAGAZIN
rbb Kulturradio
Sonntag, 07.02.2010
17:04 bis 18:00 Uhr

Gespräch mit Kathrin Blaufuss anhören

Am Mikrofon: Gesche Schmoll

Die Themen
“Wir brauchen unser Kindergeld nicht.”
Die Deutsche Stiftung Kindergeld unterstützt Lernpatenschaften
Bericht von Franziska Roth

“Kindergeld richtig investiert”
Eltern wollen auf höheres Kindergeld verzichten
Gespräch mit Kathrin Blaufuss, einer Initiatorin
mehr Information:
www.kindergeld-richtig-investiert.de

Willy-Brandt-Haus: “Waiting”
Ausstellung der US-amerikanischen Fotografin Sylvia Plachy
Bericht von Holger Zimmer
Ausstellung “Waiting” Sylvia Plachy
Willy-Brandt-Haus
Stresemann-Str. 28
10963 Berlin
7.2.-28.3.2010

mehr Inforamtion:
www.willy-brandt-haus.de

Porträt der in Berlin lebenden Armenierin Silvina Der-Meguerditschian
die in der Kulturhauptstadt Istanbul mit einem Kunstprojekt über den Genozid an den Armeniern zu Gast ist
Bericht von Vera Block

Von der Straße ins Grand-Hotel
Die Sozialpädagogin Astrid Wenkel und ihre Arbeit mit Straßenkinden in Sankt Petersburg
Bericht von Elfie Siegl

www.kulturradio.de


Portrait im Tagesspiegel

1. Februar 2010 | Noch keine Kommentare »

Der Tagesspiegel hat am 31. Januar 2009 die Initiatoren und die Initiative vorgestellt:

Eltern wollen auf höheres Kindergeld verzichten

Eine Berliner Eltern-Initiative kritisiert die Erhöhung um 20 Euro. Das Geld soll nicht in der Haushaltskasse von Gutverdienern verschwinden – sondern vielmehr gespendet werden.

Von Udo Badelt

Nicht jedes Geschenk weckt Freude. Daniel Mittler und Kathrin Blaufuss haben gerade, wie alle Eltern in Deutschland, monatlich 20 Euro geschenkt bekommen. Um diesen Betrag nämlich hat die schwarz-gelbe Bundesregierung das Kindergeld auf jetzt 184 Euro aufgestockt. Doch die beiden wollen das Geld nicht. „Die Kreuzberger Kita unserer Tochter braucht das Geld viel nötiger. Dort müssen alle Anschaffungen, die über das Minimum hinausgehen, von den Eltern privat bezahlt werden. Das Kindergeld zu erhöhen ist die falsche Politik.“ Und weil das Ehepaar bei einem gemeinsamen Abendessen mit anderen Eltern und später über E-Mails mitbekommen hat, dass viele genauso denken, haben sie zu Beginn des Jahres eine Initiative gegründet. Auf der Webseite www.kindergeld-richtig-investiert.de rufen sie dazu auf, die 20 Euro im Monat nicht in der eigenen Haushaltskasse verschwinden zu lassen, sondern sie an eine Kita, einen Kindergarten, eine Schule oder Bildungseinrichtung der eigenen Wahl zu spenden. Die Kontonummern der jeweiligen Institution recherchieren die Spender dabei selbst.

Daniel Mittler findet drastische Worte bei seiner Kritik am sogenannten Gießkannenprinzip, nach dem alle Eltern, unabhängig vom Einkommen, Kindergeld erhalten: „Insgesamt kostet diese Erhöhung den Staat 4,2 Milliarden Euro. Davon könnten zum Beispiel rund 166 000 Erzieherinnen eingestellt werden. Das Geld wird den Institutionen geraubt, die es dringend nötig haben.“ Denn laut einer Untersuchung der „Financial Times“ würden vor allem viele besserverdienende Haushalte die 20 Euro nicht brauchen. Hartz-IV-Empfänger dagegen wird es von der Unterstützung wieder abgezogen: „Das ist das eigentlich Absurde“, kritisiert Mittler. Er fordert ein einkommensabhängiges Kindergeld an diejenigen, die es wirklich brauchen, um mit dem restlichen Geld die Kitas und Schulen direkt zu unterstützen.

Die beiden leben schon viele Jahre in Berlin, er kommt ursprünglich aus Heidelberg, sie aus dem Allgäu. Ihre Tochter ziehen sie im Kreuzberger Graefekiez groß. Daniel Mittler, 36, arbeitet bei der Europäischen Klimastiftung in den Hackeschen Höfen, Kathrin Blaufuss, 32, beim Forum Umwelt und Entwicklung, einer Nichtregierungsorganisation. Als „kritische Zeitgenossen“ beschreiben sie sich, die das Problem parteiunabhängig angehen. Denn auch die schwarz-roten und die rot-grünen Vorgängerregierungen hätten das Kindergeld erhöht. Nach ihrer Erfahrung gehe die Ablehnung dieser Politik quer durch alle Wählerschichten. Eltern, die schwarz-gelb wählen, seien ebenso darunter wie solche, die andere Parteien unterstützen. Bundesweit haben, seit die Webseite online gegangen ist, rund 80 Eltern die 20 Euro gespendet, wobei Daniel Mittler von einer hohen Dunkelziffer ausgeht, denn er kennt nur die, die auf der Webseite auch einen Kommentar hinterlassen oder sich per E-Mail gemeldet haben.

Wer spendet, wird auch aufgefordert, einen vorformulierten Leserbrief zu unterzeichnen oder diesen Brief an die eigene Lokalzeitung zu schicken. Darin steht dann zum Beispiel, dass Deutschland nicht mehr Kindergeld, sondern bessere Kinderbetreuung brauche. Andere Initiativen gehen sogar noch weiter. So schlägt zum Beispiel die neu gegründete Deutsche Stiftung Kindergeld (Informationen unter Tel. 030/25767638) vor, dass Eltern mehr vom Kindergeld spenden sollen als nur die 20 Euro pro Monat – nämlich den Teil, den sie nicht brauchen. Daniel Mittler sagt dazu: „Das begrüßen wir natürlich. Aber unsere Aktion ist vor allem ein symbolischer Akt, mit dem wir deutlich machen wollen, dass wir dieses Geschenk nicht annehmen und eine andere Familienpolitik fordern.“ Und so sollen die Briefe bald auch an die Bundesfamilienministerin gehen.

www.tagesspiegel.de


Bericht in der Berliner Zeitung

26. Januar 2010 | Noch keine Kommentare »

Die Berliner Zeitung hat am 26. Januar über unsere Initiative berichtet.

Eltern wollen zusätzliches Kindergeld nicht

Initiative will die 20 Euro für Kitas und Schulen spenden

Martin Klesmann

Seit diesem Jahr gibt es 20 Euro mehr Kindergeld. Doch längst nicht alle Berliner Eltern halten es für eine gute Investition, dass ausgerechnet sie selbst mehr Geld bekommen – die Schulgebäude aber marode bleiben und Erzieher fehlen. Deshalb hat nun eine Elterninitiative eine Aktion im Internet gestartet. Unter der Adresse “www.kindergeld-richtig-investiert.de” rufen Daniel Mittler und Kathrin Blaufuss aus Kreuzberg andere Eltern dazu auf, das zusätzliche Kindergeld lieber für bessere Bildungseinrichtungen zu spenden. Die Kindergelderhöhung sei der falsche Weg, sagt Daniel Mittler, der bei einem Klimaforschungsinstitut arbeitet. “Lieber haben wir hochmotivierte Erzieher, die angemessen anerkannt und entlohnt werden für ihre Arbeit, als 20 Euro mehr auf dem Konto.” Immerhin koste die Kindergelderhöhung den Staat jährlich 4,2 Milliarden Euro. Dieses Geld müsse nun “richtig investiert” werden. Die Aktion läuft seit Jahresbeginn.

80 Spender gefunden

Bisher haben nach Angaben der Initiative 80 Eltern ihr zusätzliches Kindergeld gespendet, häufig an die Kita oder die Schule ihrer Kinder. Und etliche mehr hätten dies angekündigt. Dabei handelt es sich vornehmlich um besser verdienende sogenannte Bildungsbürger. Auch Eltern, die die schwarz-gelbe Koalition auf Bundesebene gewählt haben, hätten bereits gespendet, sagt Daniel Mittler.

Er und seine Partnerin Katrin Blaufuss spenden nun zehn Euro monatlich an die Kita, die ihre Tochter in Kreuzberg besucht. Mit den anderen zehn Euro wollen sie fortan die Arbeit des Kinderschutzbundes unterstützen. Sie räumen ein, dass es auch viele Berliner Familien gibt, die auf das zusätzliche Geld angewiesen sind. “Und ein Skandal ist es, dass ausgerechnet Hartz-IV-Empfängern das zusätzliche Kindergeld sofort wieder abgezogen wird”, so die Initiatoren.

www.berlinonline.de


Interview in der taz

13. Januar 2010 | 2 Kommentare »

Die taz hat am 8. Januar 2010 über unsere Initiative berichtet.

Eltern reagieren auf Kindergelderhöhung

“Die Regierung betrügt unsere Kinder”

Die jüngste Erhöhung des Kindergelds war überflüssig, kritisiert eine Elterninitiative. Nun spenden sie den Differenzbetrag, um die Kitas und Schulen ihrer Kinder zu verbessern.
Die Kindergelderhöhung spenden – gut oder schlecht?

taz: Herr Mittler, Sie verwenden die 20 Euro, die Ihnen die Regierung jetzt jeden Monat als erhöhtes Kindergeld schenkt, nicht für Ihre eigene Familie, sondern spenden es der Kita Ihrer Tochter. Warum?

Daniel Mittler: Die Kindergelderhöhung ist unsinnig, die meisten Eltern haben das Geld nicht nötig. Gleichzeitig fehlt es aber in den Kitas und Schulen an allen Ecken und Enden. Und diejenigen, die es wirklich brauchen – Hartz-IV-Empfänger zum Beispiel -, haben gar nichts davon, weil es ihnen von den anderen staatlichen Leistungen wieder abgezogen wird.
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Betrügen Sie nicht Ihre Tochter?

Nein, die Regierung betrügt unsere Kinder. Die 4,2 Milliarden Euro erhöhtes Kindergeld fehlen bei der Bildung. Aber genau da gehört das Geld hin. Auch für die Zukunft meiner Tochter.

Sie haben Ihre Aktion im Internet bekannt gemacht. Haben sich schon Eltern gemeldet?

Der Aufruf stand kaum im Netz, und schon hatten wir Briefe und Kommentare von Eltern aus der gesamten Bundesrepublik. Die geben jetzt die 20 Euro an Kitas, Schulen und andere Kinderprojekte in ihrer Umgebung. Aber auch Organisationen, die sich für Kinderrechte einsetzen, wie der Kinderschutzbund und das Berliner Kita-Bündnis, profitieren von unserer Aktion.

Welche Wirkung wird Ihre Aktion haben?

Wir wissen, dass wir damit das generelle Problem, dass der Staat unsinnige Geschenke verteilt, statt sie in Bildung zu investieren, nicht lösen können. Uns kommt es daher auf den symbolischen Akt an: Wir sagen Nein zu einer unsinnigen Politik. Und wir zeigen, dass es uns ernst ist, indem wir das Geld nicht für uns behalten. Wir wollen politischen Druck ausüben. Es muss eine Wende in der Familienpolitik geben: Weg von der Geldverteilung per Gießkannenprinzip und hin zu sinnvollen Investitionen.

Wie können Eltern bei Ihnen mitmachen?

Einfach auf unsere Homepage kindergeld-richtig-investiert.de gehen, einen Leserbrief schreiben und per Kommentar sagen, wohin das Geld gehen soll.

INTERVIEW: SIMONE SCHMOLLACK

www.taz.de


Interview bei radioeins

13. Januar 2010 | Noch keine Kommentare »

Interview über die Elterninitiative am Montag, 11.01.2010, 09:40 Uhr auf radioeins.
Gespräch mit Daniel Mittler anhören

Überflüssige Kindergelderhöhung?

„Wachstumsbeschleunigungsgesetz“ heißt das Ungetüm, seit Jahresanfang ist es in Kraft – doch die Kritik daran reißt nicht ab. Nicht nur die finanziellen Entlastungen für Erben und Hoteliers stehen im Kreuzfeuer, sondern auch die Erhöhung des Kindergeldes. Unsinnig und kontraproduktiv, kritisiert eine Elterninitiative – und ruft dazu auf, die 20 Euro Kindergeld-Zuschlag für eine Verbesserung von Kitas und Schulen zu spenden.

Wir sprachen mit dem Initiator der Aktion, Daniel Mittler.


www.radioeins.de


Leserbrief

15. Dezember 2009 | 48 Kommentare »

Diesen Leserbrief senden wir gemeinsam an Redaktionen, z.B.  haben wir ihn an DIE ZEIT in Reaktion auf diesen Artikel geschickt. Hinterlassen Sie Name und Adresse als Kommentar oder senden Sie uns eine Email unter kindergeldinvestieren@gmail.com dann führen wir Sie beim nächsten Mal als MitunterzeichnerIn auf. Gerne können Sie den Brief auch adaptieren und – am besten gemeinsam mit anderen Eltern – an Ihre Lokalzeitung senden. Vielen Dank!

Sehr geehrte Redaktion,

Wir, die unterzeichnenden Eltern, bekommen seit dem 1.1. 2010 mehr Kindergeld – wider unseren Willen. Statt in Erzieherinnen und Erzieher, in Schulen, Kitas oder Kindergärten zu investieren, findet in Deutschland Familienpolitik nur als Transferleistung nach dem Gießkannenprinzip statt. Dabei sind sich alle Experte einig: Deutschland braucht bessere Kinderbetreuung – nicht mehr Kindergeld.

Die Erhöhung wird den Staat satte 4,2 Milliarden Euro jährlich kosten – Geld, das bei den Kitas, Kindergärten und Schulen fehlt. Richtig investiert könnten davon zum Beispiel rund 166,000 ErzieherInnen zusätzlich eingestellt werden.

Lieber haben wir hochmotivierte ErzieherInnen, die angemessen anerkannt und entlohnt werden für ihre Arbeit mit unseren Kindern, als 20 Euro zusätzlich auf dem Konto. Wir werden deshalb die geplante Erhöhung von 20 Euro monatlich an Bildungseinrichtungen spenden. Wo der Staat versagt und falsch investiert, wollen wir ein Zeichen setzen und dafür sorgen, dass das Geld dort ankommt, wo es gebraucht wird.

Eine neue Familienpolitik ist gefragt. Wir fangen damit heute an und bitten alle, sich auf www.kindergeld-richtig-investiert.de zu beteiligen.

Mit freundlichen Grüßen,

Kathrin Blaufuss und Daniel Mittler

Dieffenbachstr 32, 10967 Berlin

Wenn Sie diesen Leserbrief mit unterzeichnen möchten, hinterlassen Sie uns Ihren Namen und Ihre Anschrift als Kommentar oder schicken eine Email an kindergeldinvestieren@gmail.com