Bericht in der Berliner Zeitung
26. Januar 2010 | Noch keine Kommentare »Die Berliner Zeitung hat am 26. Januar über unsere Initiative berichtet.
Eltern wollen zusätzliches Kindergeld nicht
Initiative will die 20 Euro für Kitas und Schulen spenden
Martin KlesmannSeit diesem Jahr gibt es 20 Euro mehr Kindergeld. Doch längst nicht alle Berliner Eltern halten es für eine gute Investition, dass ausgerechnet sie selbst mehr Geld bekommen – die Schulgebäude aber marode bleiben und Erzieher fehlen. Deshalb hat nun eine Elterninitiative eine Aktion im Internet gestartet. Unter der Adresse “www.kindergeld-richtig-investiert.de” rufen Daniel Mittler und Kathrin Blaufuss aus Kreuzberg andere Eltern dazu auf, das zusätzliche Kindergeld lieber für bessere Bildungseinrichtungen zu spenden. Die Kindergelderhöhung sei der falsche Weg, sagt Daniel Mittler, der bei einem Klimaforschungsinstitut arbeitet. “Lieber haben wir hochmotivierte Erzieher, die angemessen anerkannt und entlohnt werden für ihre Arbeit, als 20 Euro mehr auf dem Konto.” Immerhin koste die Kindergelderhöhung den Staat jährlich 4,2 Milliarden Euro. Dieses Geld müsse nun “richtig investiert” werden. Die Aktion läuft seit Jahresbeginn.
80 Spender gefunden
Bisher haben nach Angaben der Initiative 80 Eltern ihr zusätzliches Kindergeld gespendet, häufig an die Kita oder die Schule ihrer Kinder. Und etliche mehr hätten dies angekündigt. Dabei handelt es sich vornehmlich um besser verdienende sogenannte Bildungsbürger. Auch Eltern, die die schwarz-gelbe Koalition auf Bundesebene gewählt haben, hätten bereits gespendet, sagt Daniel Mittler.
Er und seine Partnerin Katrin Blaufuss spenden nun zehn Euro monatlich an die Kita, die ihre Tochter in Kreuzberg besucht. Mit den anderen zehn Euro wollen sie fortan die Arbeit des Kinderschutzbundes unterstützen. Sie räumen ein, dass es auch viele Berliner Familien gibt, die auf das zusätzliche Geld angewiesen sind. “Und ein Skandal ist es, dass ausgerechnet Hartz-IV-Empfängern das zusätzliche Kindergeld sofort wieder abgezogen wird”, so die Initiatoren.
Kommentare, Ideen, Links